Ideologie. Kunst. Vision.

Das Wandbild »Der Weg der Roten Fahne«

Das Wandbild »Der Weg der Roten Fahne« am Dresdner Kulturpalast steht für einen gescheiterten Gesellschaftsentwurf. 2019 wollten wir anlässlich des 50. Jahrestages des Dresdner Kulturpalastes die Meinung unserer Besucher dazu wissen. Das dabei entstandene Material steht Ihnen in unserer Ausstellung zur Verfügung. Das 30 Meter lange Wandbild war einer der bedeutendsten Großaufträge für Kunst am Bau in der DDR und gehört heute zu den wichtigsten Beispielen sozialistischer Monumentalkunst.

Es stellt die DDR in den Kontext eines Geschichtsbildes, das auf dem historischen Materialismus beruhte und Ausdruck des sozialistischen Zukunftsoptimismus war. 1989 aber wurden unerfüllte gesellschaftspolitische Utopien zur Ressource einer Systemopposition. Die Diskussion um das Wandbild, die schon bald nach der Friedlichen Revolution einsetzte, konzentrierte sich vor allem auf den Kult- und Symbolwert des Objekts und die ihm eingeschriebene Ideologie. So verwundert es kaum, dass die »Rote Fahne« nach dem Abbau des Lenin-Denkmals am Hauptbahnhof zum meist umstrittenen bildkünstlerischen Objekt im Dresdner Stadtraum wurde. Andererseits kann genau deshalb »Der Weg der Roten Fahne« unsere Debatten um das kulturelle Gedächtnis Dresdens anregen. Dabei geht es um lokale Identitäten und erlebte Geschichte – um die Ankunft der Vergangenheit in der Gegenwart mit Blick auf die Zukunft.

Wenn Sie dazu Ihre Meinung sagen wollen, nutzen Sie den entsprechenden Fragebogen in unserer Ausstellung oder auf unserer Webpräsenz www.denk-mal-dresden.de. Als Dank erhalten Sie eine Freikarte für die Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden, die am Schluss des Fragebogens erstellt wird. Ein Begleitheft kann in der Ausstellung und auf der Webpräsenz eingesehen werden. Es ist auch in der Gedenkstätte erhältlich.